Heute habe ich Algen gesammelt und habe gleichzeitig mehr über japanische Kultur gelernt!

Grateloupia, Dilsea Carnosa, Kombu, Saccharina Latissima, … sagen Ihnen diese Namen etwas? Wenn nicht, laden wir Sie zu einem Ausflug ins Wattenmeer von Le Croisic ein, damit Sie mehr über die Artenvielfalt der Algen und deren Verwendungszwecke - ganz nach japanischem Vorbild – erfahren. 
Cueillette d'algues au Croisic
Wenn man die Halbinsel Guérande im Oktober besucht, ist dies der ideale Zeitpunkt um an der Veranstaltung Les saveurs d’octobre teilzunehmen! Jedes Jahr bieten die einheimischen Gastwirte spezielle Speisen mit einheimischen Produkten an, die von naturbegeisterten und umweltbewussten Leuten wie Valérie und Jean-Marie geerntet oder produziert wurden. Wir waren bei letzteren zu Besuch.

Valérie und Jean-Marie sind Meeresliebhaber und –kenner. Sie verstehen es, dem Wattenmeer seine versteckten Geheimnisse zu entlocken und laden Sie dazu ein, ein solches Abenteuer mit Ihnen zu teilen. Nur wenige Meter von ihrem „Meeresbauernhof“ in Le Croisic entfernt, befindet sich der Strand von St-Goustan, wohin wir uns mit Ihnen zum Algen pflücken begeben.
 
Mit Stiefeln, Eimer und Windschutz ausgerüstet, sind wir startklar für die frische Brise an diesem schönen Herbsttagmorgen. Obwohl es etwas kühl ist, fanden sich rund 30 andere Besucher zu diesem Ausflug ein. Valérie teilt die Gruppe in 2. Wir sind in der Gruppe von Jean-Marie. Los geht’s um unsere Hände in die kühlen Wasserlöcher zu tauchen, die der Ebbe getrotzt haben.
Jean-Marie, les Jardins de la Mer au Croisic
Jean-Marie beginnt seine Führung mit: «Hier gibt es keine giftigen Algen, das kann ich Ihnen versichern! Das ist nicht wie mit den Champignons, wo man sehr vorsichtig sein muss.». Er scheint damit eine Antwort auf eine häufig gestellte Frage zu geben, die die „Algenpflück-Neulinge“ wohl stellen.

Anschließend gibt er uns ein paar Tipps zum Algenpflücken: «Es ist dennoch wichtig, dass man Algen bei einem mittleren Tidenhub, in nicht sehr touristischen Zonen und auch nicht angeschwemmte Algen einsammelt.
Nach ein paar weiteren Erklärungen über die Algenarten und die besten Pflückstellen, sind wir dran! Im ersten Wasserloch kühlen sich unsere Hände merklich ab…aber welch eine Freude, wir haben unsere erste Alge gepflückt! «Also, das ist ein sogenannter Meeressalat...Bald ist es das Ende seiner Saison» erklärt uns Jean-Marie. Wie beim Gemüse gibt es auch bei den Algen eine bevorzugte Erntezeit. Jean-Marie erklärt auch, welches die Besonderheiten der verschiedenen Arten sind. «Diese hat 8- bis 10-mal mehr Vitamin C als eine Orange.»
Algues rouges sortie cueillette d'algues au Croisic
Etwas weiter pflücken wir Rotalgen! Zu unserem Erstaunen lernen wir, dass sie bis zu 40 % aus Proteinen bestehen. Einer unserer Glückstreffer nennt sich «grateloupia turuturu». Beim Verkosten ist sich die ganze Gruppe einig: diese Alge schmeckt vorzüglich! Jean-Marie ergänzt mit einer unglaublichen Information: «Diese Alge könnte man auch ‚ewiger Jungbrunnen‘ nennen, so reich ist sie an Antioxidans.»

Dann finden wir auch noch die berühmte Saccharina latissima: Der bretonische Kombu. Diese rechteckige Alge sieht aus wie Leder und dient in der japanischen Küche für die Dashi-Bouillon. Jean-Marie erklärt uns, dass man aus dieser Alge in Saint-Malo sogar Gegenstände herstellt!
  • Cueillette d'algues avec les Jardins de la Mer au Croisic
  • Participants ŕ la cueillette d'algues au Croisic
  • Algues sur l'estran au Croisic
  • Groupe sortie cueillette d'algues au Croisic
  • Participants ŕ la cueillette d'algues au Croisic
  • Algues rouges sortie cueillette d'algues au Croisic
  • Participants ŕ la cueillette d'algues au Croisic
  • Cueillette d'algues au Croisic
  • Algues sur l'estran au Croisic
  • Cueillette d'algues au Croisic
Unsere Eimer sind schon ganz schön voll. So kehren wir auf den Betrieb zurück um ein frisches Algen-Tartare zuzubereiten. Dazu begeben wir uns in einen von Jean-Maries Vater vor 45 Jahren erbauten Schuppen, den Jean-Marie und Valérie zu einer Werkstatt für kulinarische und pädagogische Zwecke umgeformt haben. «Zur Information, die Trockenklos befinden sich hinter dem Gebäude...» Man spürt, dass ökologisches Denken hier eine Selbstverständlichkeit ist. Valérie bringt ein paar Küchengeräte, die uns helfen werden, unsere Tartare zuzubereiten. Doch vorerst heißt es, die Algen gut waschen und dann abtropfen lassen, bevor wir sie klein zerhacken.
  • Préparation du tartare d'algues
  • Dégustation du tartare d'algues
«Für ein Algentartar ist es besser, wenn man 2 Algenarten verwendet mit einem Anteil von mindestens 60 %,» rät uns Valérie. Für die restlichen 40 % gibt es mehrere Varianten: man vermischt die Zutaten beispielsweise mit Olivenöl, Sojasauce, Nüssen oder Sesamkörner. «Vermeiden Sie andere Getreidekörner, das ist weniger salzig! » erklärt Valérie. Dann fügen wir Reis Öl, Rotwein oder Schalotten, Zitronensaft und abschließend eine Mischung von Schalotten und Knoblauch oder frisch geerntete Zwiebeln hinzu.

Zeit zum Verkosten! Diese Zwischenmahlzeit ist ideal, denn nach den 2 Stunden im Wattenmeer, knurrten unsere Mägen! Dann nehmen wir unsere Ernte, und können zu Hause unser eigenes Tartar versuchen.

Haben auch Sie Lust Algen-Sammeln zu gehen und den Meeresbauern-Betrieb La ferme Marine les Jardins de la Mer in Le Croisic kennenzulernen? Mehr Informationen zu den Besuchsdaten finden Sie direkt auf  der Webseite. Und Bonus finden Sie  die Rezepte von Valérie und Jean-Marie