Die Ufer der Vilaine

Entdecken Sie La Roche-Bernard! Es gehört zu den Städtchen mit besonderem Charme und hat die französische Auszeichnung "Petite Cité de Caractère“ der Bretagne. Es ist ein Hafenstädtchen und gehört zusammen mit dem Badeort Pénestin zu den Perlen der Bretagne Plein Sud. Auch die Kommunen Camöel und Férel lohnen einen Abstecher!
 

La Roche-Bernard, das Städtchen mit besonderem Charakter 

La Roche-Bernard - petite cité de caratère
La Roche-Bernard mit seinem Label "Petite Cité de Caractère®“ hat es geschickt verstanden, seine Eigenheit und sein Kulturgut von besonderer Qualität zu bewahren. Flanieren und schlendern Sie durch seine Gässchen und freuen Sie sich auf überraschende Augenblicke wie einen besonders schönen Aussichtspunkt, ein kleines Detail, ein altes Kunsthandwerk….
 
Was Sie nicht verpassen sollten:
  • Spazieren Sie der Hafenpromemade entlang und verpassen Sie nicht die alten Takelagen
  • Machen Sie eine Flussfahrt auf der Vilaine (Abfahrt direkt im Hafen)
  • Steigen Sie auf den Felsen vom Städtchen und genießen Sie den tollen Panoramablick
  • Erfahren Sie mehr über die Brücken der Umgebung bei einer Wanderung.              
  • Besuchen Sie eine der interessanten Kunsthandwerkstätten
  • Lernen Sie mehr über die maritime Vergangenheit im Musée de La Vilaine.
  • Genießen Sie eine Fahrt mit dem speziellen Touristenzüglein
  • Kommen Sie auf ein Glas ins Lokal Sarah B

Ein paar geschichtliche Informationen...

Rund um das Jahr 1000 fuhr der Gutsherr „Bernhart“, was so viel hieß wie „stark wie der Bär“ die Vilaine hoch und entdeckte dabei einen Felsvorsprung, der ihm als strategisch sehr praktisch erschien. Er ließ sich hier nieder und baute eine Befestigung, um seine Machtposition zu stärken. Seine Nachkommen schlossen später einen Treueeid mit dem Herzog der Bretagne. Als Gegenleistung erhielten sie Ländereien und den Titel Barone von La Roche Bernhard.
Während des Erbfolgekrieges der Bretagne (1341 – 1365) mit Jean de Monfort auf der einen Seite und Jeanne de Penthièvre, der Ehefrau von Charles de Blois auf der anderen Seite, stellten sich die Barone von La Roche Bernhard auf die Seite der französischen Könige. Als die Anhänger von Jean de Monfort ihr Schloss in La Roche Bernhard zerstörten, flüchtete die Familie nach Missillac ins Schloss Château de la Brétesche.


Bis zur Reformierung kannte man nur die katholische Religion in der Baronie. Als dann 1547 François d’Andelot-Coligny durch seine Heirat mit Claude de RieuxBaron von La Roche-Bernard wird , ist er einer der ersten, der sich 1558 in der Bretagne zur protestantischen Religion bekennt. Seinem Beispiel folgen etliche Adlige und Bürgersleute. Rund ein Jahrhundert später verbot der Baron Armand du Camout den protestantischen Kult.
Im Jahr 1666 bekommt La Roche-Bernard durch Louis XIV das privilegierte Stadtrecht zugesprochen. Die Französische Revolution erlebt 1793 einen ihrer Höhepunkt als 6000 Chouans - so nannte man diese Gruppe von Widerstandskämpfern - La Roche-Bernard einnahmen und zwei republikanische Chefs, Le Floch du Cosquer und Joseph Sauveur ermordeten. In Erinnerung an letzteren nannte sich das Städtchen zwischen 1793 und 1802 La Roche-Sauveur.
Das 19. Jh. war stark geprägt durch große Bauvorhaben, wie der Durchbruch des Felsens, der Bau der Quais Saint-Antoine und des Zöllnerquais La Douane
 

Der Hafen

La Roche-Bernard verdankt seinen Aufschwung hauptsächlich dem Hafen und der Vilaine. Die Hafenaktivitäten werden erstmals im 6. Jh erwähnt und entwickelten sich über die Jahrhunderte um am Ende des 19. Jh. einen Höhepunkt zu erleben. Schiffe der ganzen Atlantikküste machen Halt in La Roche-Bernard. Man findet Küstenschiffe wie die Zweimaster Brick-Goélette, Handelsboote oder Frachtkähne, die Salz, Wein, Korn, Kalk, Stützbalken für Minen usw. transportieren. Im 17. Jh. war La Roche-Bernard auch bekannt für seine Werft, welche zwischen 1629 und 1634 das erste königliche Flottenschiff Le Couronne baute. Durch die Entwicklung des Eisenbahn- und Straßenverkehrs konkurriert, erlebt der Handelshafen zuerst einen großen Einbruch und schließt dann anfangs 20. Jh. definitiv. Heute verfügt La Roche-Bernard über einen stolzen Jachthafen mit rund 500 Anlegerplätzen.

 

Balade en aviron sur la Vilaine

Der Jachthafen 

La Roche-Bernard hat für seinen Jachthafen das Label  "Escale d'une rive à l'autre", was seinen Ruf als idealen Anlaufhafen für Segler unterstreicht, die eine Flussfahrt auf der Vilaine machen. Der Hafen ist auch Ausgansort für Spaziergänge, Wanderungen, geführte Bootsfahrten auf der Vilaine,  Kayak- und Kanu-Ausflüge oder man kann sich ganz einfach der zahlreichen alten Takelagen erfreuen, die im Hafen liegen.

Etwas Geografie

Die Vilaine entspringt in Juvigné in der Region Mayenne und fließt nach 225 km in Arzal in den Atlantik. Im Gegensatz zu ihrem Namen „Vilaine“ der grundsätlich „Die Hässliche“ bedeutet, kann der erste Blick täuschen! Denn ihr Name hat nichts mit dem franzöischen Wort zu tun, sondern kommt vom keltischen Wort „doenna“, was so viel bedeutet wie „tiefer Fluss“, wurde dann aber ins franzöische übersetzt mit Visnaine, dann Vilaigne bis zum heutigen Vilaine.
Übrigens… bis zum Bau der Stauschleuse in Arzal im Jahre 1970 lebten das Städtchen La Roche-Bernard und seine Umgebung im Rhythmus der Gezeiten. Das maritime Hoheitsrecht von La Roche-Bernard ist noch heute bis nach Redon gültig.

Für alle Informationen für die Schifffahrt auf der Vilaine, besuchen Sie die Webseite  www.lavilaine.com. Sie finden dort alle nötigen Angaben zu den Schleusenöffnungszeiten, Tipps und Rückmeldungen von Seglern, eine Appli für das Befahren der Mündungsstelle, die maritimen Karten, Waypoints Informationen…
 

Wie entdeckt man die Vilaine und Ihre Hafenstädte am besten?

Die Ausflugsboote  Vedettes Jaunes bieten Flussfahrten ab Arzal, La Roche-Bernard bis nach Redon an. Lassen Sie sich von den Wellen der Vilaine wiegen, und entdecken Sie ihre schönen grünen Ufer und die hügelige Umgebung. Es gibt ebenfalls Ausflüge mit dem Restaurantions-Schiff Anne de Bretagne, mit welchem Sie ab Arzal eine 4stündige Fahrt bis nach Foleux , einen kleinen Jachthafen, eingebettet in die Landschaft in der Nähe von Nivillac (42 km Hin- und Rückfahrt) genießen können.

Für Ausflüge mit Kanu, Kayak oder Katamaran wenden Sie sich an die Segelschule Au gré du Vent. Sie bietet u.a. Einführungs- und Vertiefungskurse an. Für mehr Informationen klicken Sie auf: Au gré du Vent.
 

Das Kunsthandwerker-Städtchen

Seit mehreren Jahren zieht das Städtchen La Roche-Bernard Kunsthandwerker und Künstler an und hat dafür verschiedene, im Stadtbesitz befindliche und unter Denkmalschutz stehende Gebäude renoviert. Mehrere Werkstätten konnten direkt in Absprache mit den Kunsthandwerkern und Künstlern renoviert werden, um deren Bedürfnissen Rechnung zu tragen und ihnen die Stätten anschließend zu vermieten. Das Städtchen profitiert auch von seinem Ruf als „Petite Cité de Caractère“ (Städtchen mit besonderem Charakter) und seiner Mitgliedschaft im Kunsthandwerkverein Bretagne (Accueil Métiers d'Art), was wiederum andere Kunstschaffende bewogen hat, Häuser in der Altstadt zu erwerben und zu renovieren, um anschließend einen Teil als Werkstätte zu nutzen. Diese Bestrebungen haben nicht nur eine schön renovierte Altstadt zum Ziel, sondern erlauben gleichzeitig, das Städtchen zu beleben und viele alte Berufe weiterleben zu lassen, bzw. sie wieder aufleben zu lassen und von ihrer besten Seite zu präsentieren.
Maler, Töpfer, Glaser, Drechsler… eine weitreichende Auswahl von Werkstätten, wo die Kunsthandwerker und Künstler Sie erwarten und Ihnen gerne Einblick geben in ihre Welt!

Für eine Video-Präsentation über La Roche-Bernard klicken Sie auf folgenden Link:  https://www.youtube.com/embed/NuUsr4NNcqs (auf Französisch).
 

Pénestin schmückt sich in Gold!

Plage de la mine d'or à Penestin
Dieser Badeort im Süden der Bretagne hat Einiges zu bieten:

Lust auf einen Badeplausch, Wassersport oder einen Spaziergang dem Meer entlang? Dann wählen Sie die Atlantikseite! Der Strand La Mine d’Or (Goldmine) überragt von einem denkmalgeschützten Felsen ist der größte und am meisten besuchte Strand von Pénestin und verfügt über einen Ersthilfeposten während der Sommermonate. Seine West-Ausrichtung und seine 15 m Höhe bringen es mit sich, dass man hier auch zahlreiche Hängegleiterpiloten antrifft.

Mehr im Norden befinden sich ideale Plätzchen fürs Faulenzen, das zu Fuß fischen, für Kajak-Ausflüge oder fürs Beobachten der Natur. Die Dünen und Feuchtzonen beherbergen Winden, Weiß Veilchen, Lavendel, Meerlavendel, Schilf aber auch Blässhühner, Silberreiher, Gänse usw.
 

Die leckeren Miesmuscheln von Pénestin

Auf einem großen Teil der Küste kann man bei Ebbe erstaunliche Reihen von Pfählen sehen, die sich in regelmäßigen Abständen befinden. Es sind die Zuchtstätten der Miesmuscheln, die sich seit dem 19 Jh. hier befinden und welche für ihre hochstehende Qualität bekannt sind. Dank der Reichhaltigkeit des Wassers und der Tatsache, dass dieses regelmäßig erneuert wird, ist die Mündungsstelle der Vilaine der ideale Ort für Muschelzucht. Kein Wunder ist die Muschelzucht der wichtigste wirtschaftliche Sektor in Pénestin. Die Muscheltische findet man vom Felsvorsprung Pointe du Halguen in Pénestin bis zur Bucht Pont-Mahé in Assérac. Mit ihrem leichten Jodgeschmack und ihren hervorragenden kulinarischen Werten, sind die Muscheln ein ideales Nahrungsmittel, das man roh, gekocht oder gefüllt genießen kann.

Tréhiguier ist der malerische Fischerhafen von Pénestin. Es ist ein äußerst lebhafter Ort, besonders wenn der Meeresspiegel nach der Ebbe wieder ansteigt, und die Muschelzüchter von ihrer Arbeit zurückkehren. Machen Sie eine geführte Tour mit dem Fremdenverkehrsbüro um mehr über die Muschelzucht zu erfahren oder besuchen Sie den ehemaligen Leuchtturm mit seinem Muschelmuseum "La maison de la Mytiliculture". Hier entdeckt man das Leben der Muscheln, deren Geschichte und die Arbeit der Muschelzüchter oder „Meeresbauern“.
 

Férel, zwischen Meer und Festland gelegen

Férel sur les bord de la Vilaine
Mit seinem charmanten Dorfkern und nur 10 km vom Strand von Pénestin entfernt, atmet man in Férel nicht nur einen Hauch von Meeresluft sondern auch vom Festland ein. Der ideale Ort für einen Umgebungswechsel! Entdecken Sie sein Kulturgut, welches dem Ort einen ganz speziellen Charme verleiht, genauso wie seine Lage etwas ab von der Vilaine.

Nebst seiner Kirche mit ihren Kirchenfenstern aus dem 8 Jh., den zahlreichen Kalvarienbergen und alten Brot Öfen findet man auch zahlreiche schöne Herrensitze und Schlösschen:
  • Das Schloss Coët Castel: Dieser Besitz gehörte früher den Familien Jean Le Henos (1453), François Le Courtois (1681) und Coude (1775). Der heutige Besitzer ist der Graf Yvan de l’Estourbillon
  • Die Ruinen vom Schloss Château de l’Isle, welches 1779 durch den Bretonen Ogée in seinem Heimatführer der Bretagne erwähnt wurde und dessen Ruinen am Rande der Vilaine  sich bis im Jahr 1863 gut erkennen ließen.
  • Der Herrensitz Le manoir de Trégus: Ehemaliger Sitz der Herren von Trégus (auch unter Trégu oder Trégut bekannt), und in Familienbesitz mit Guillaume de Trégus bis 1453.
 

Öfen, Wegkreuze, Brunnen...

Brunnen, wie beispielsweise die Fontaine Saint-Pierre (rue de la Fontaine) speisten früher den ganzen Ort und wurden erst nach der Installation der Wasserleitungen ersetzt. Es hiess sparsam mit dem Wasser umgehen, speziell wenn es in trockenen Sommern rationiert werden musste. Das öffentliche Waschbecken Doué, gleich neben dem Brunnen war in erster Linie für die Wäscherinnen reserviert, doch bei Wasserknappheit, hiess es die Wäsche mehr als einen Kilometer weiter tragen bis nach Guerny. Entdecken Sie diese schöne Umgebung bei einem Spaziergang, per Rad oder per Pferd.

Camoël, auf dem Land und an der Vilaine

Camoël ist eine ländliche Kommune, die an der Vilaine zwischen dem Strand von Pénestin und dem klassierten Hafenstädtchen La Roche-Bernard liegt. Der Hafen und die schöne Landschaft lohnen einen Besuch. Die rund 850 Einwohner sind mehrheitlich als Landwirte und Handwerker tätig.

Den Dorfkern von Camoël mit seinen Geschäften und Dienstleistungen: Lebensmittelgeschäft, Unterkunft, Tankstelle können Sie schlicht nicht verpassen. Für Ihren Aufenthalt empfehlen wir Spaziergänge und Wanderungen durch die schönen Wälder. Die gut markierten Wanderwege bilden das Verbindungsstück zwischen dem Sumpf- und Moorgebiet La Brière und der Vilaine. Die Kommune zeichnet sich auch durch viele schöne alte Weiler und Gebäude ab, wie Vieille Roche mit seinen typischen Häusern, der Durchgangsort Le passage, der früher wichtig war für den Salzhandel oder Kerguen und Kerbilie zwei Herrenhäuser, alte Windmühlen, Corolais und sein Turm, die Kapelle Notre Dame de la Salette oder das zu einem Gîte umgebaute ehemalige Pfarrhaus , welches aus dem 18. Jh. stammt.

Der Hafen von Camoël bietet idealen Schutz vor den vorherrschenden Süd-Ostwinden. Von Mai bis Oktober hat man Blick auf die Flotte der französischen Aalfischer, die im Hafen liegt und die Besucher abends durch ihre bunten Lichter erfreut. Diese Boote sind die Botschafter von Camoël, wenn sie nach Spanien oder bis nach Asien auslaufen, um junge Aale zu fischen (v.a. im Saragossa Meer) für die Gaumenfreuden aber auch Glasaale für die Zuchtstätten. Im Sommer gibt es auch zahlreiche Segelboote, die hier vor Anker gehen und den ruhigen, geschützten Hafen zu schätzen wissen.
  • Plage à Penestin
  • Port de la Roche-Bernard
  • Moules sur les bouchots à Penestin
  • Balade le long du port à La Roche-Bernard
  • La Roche-Bernard - petite cité de caratère
  • La Roche-Bernard - petite cité de caratère